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Umgang mit dem Kind in Zeiten von Corona

Avatar of mriefermriefer - 06. February 2020 - Familienrecht

Welche Rechte habe ich als Vater oder Mutter?

Wegen der Ansteckungsgefahr durch das Corona- Virus soll man zur Zeit soziale Kontakte möglichst vermeiden. Was ist aber mit Trennungsfamilien, bei denen das Kind einen Elternteil vielleicht nur alle zwei Wochen sieht? Oder was ist, wenn Familien ein Wechselmodell leben, bei den das Kind zwischen den Haushalten von Vater und Mutter pendelt?

Corona ist kein Grund, Umgänge einzuschränken, solange keiner tatsächlich krank ist.

Aktuell gelten im Saarland aufgrund der Allgemeinverfügung der saarländischen Landesregierung umfangreiche Einschränkungen im sozialen Leben. Zu den Ausnahmen gehört ausdrücklich die Wahrnehmung des Sorgerechts und Umgangsrecht im jeweiligen privaten Bereich.

Wenn getrennte Eltern eine Umgangsregelung getroffen haben, gilt diese auch weiterhin.

Allerdings kann es zu Situationen kommen, in denen Umgange tatsächlich ausfallen müssen.

Wenn sich jemand angesteckt hat, also „positiv“ getestet worden ist, muss das dem jeweils anderen Elternteil mitgeteilt werden. Auch wenn das Kind oder die Kinder selbst angesteckt sind, ist das dem jeweils anderen Elternteil mitzuteilen.

Auch eine angeordnete Quarantäne ist mitzuteilen und kann dazu führen, dass der Umgang ausfallen muss.

Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, kann in derartigen Situationen gehalten sein, dem anderen Elternteil Telefonkontakte bzw. Videotelefonate zu ermöglichen, insbesondere im Quarantäne-Fall oder bei tatsächlicher Krankheit.

Die bloße Angst vor einer Ansteckung reicht nicht aus, Umgang abzusagen.

Schwierig ist es derzeit für Eltern, deren Kinder in Jugendhilfeeinrichtungen oder bei Pflegeeltern leben. Hier ist es möglich, dass Umgange oder begleitete Umgange ganz abgesagt werden. Es hängt hier teilweise vom Jugendamt oder der Einrichtung ab, ob Umgange, die grundsätzlich wichtig sind, nicht doch stattfinden können.

Für den Streitfall gilt derzeit: Nahezu alle Jugendämter und Gerichte arbeiten im Moment im Notbetrieb.

Termine gibt es in dringenden Fällen, insbesondere dann, wenn das Kindeswohl akut gefährdet ist. Die weniger dringenden Fälle werden aktuell zurückgestellt.

Bei Unsicherheiten empfiehlt es sich, anwaltlichen Rat einzuholen. Mögliche Gefahren von Corona können noch länger bestehen, und Kinder gehören nach jetzigem Wissensstand nicht zu den Risikogruppen. Selbst wenn Umgang im Einzelfall ausfällt, kann dies kein Dauerzustand sein.

Bitte beachten Sie, dass sich die tatsächliche und rechtliche Beurteilung der Frage, ob Umgang mit dem Kind in Zeiten von Corona zu gewähren ist, von vielen Faktoren abhängig ist und sich ständig ändern kann. Die rechtlichen Ausführungen stellen daher keine rechtsverbindliche Antwort auf ihren individuellen Fall dar. 

Zu allen Fragen des Familienrechts, insbesondere Trennung, Scheidung, Sorgerecht und Umgangsrecht berät Sie Frau Rechtsanwältin Riefer in Eppelborn.

Termine nach Vereinbarung unter

Tel.: 06881/7060
E-Mail: kanzlei@mrziglod.de

zum Thema: Familienrecht, Sorgerecht, Umgangsrecht

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