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Kindesunterhalt und Corona

Avatar of mriefermriefer - 24. April 2020 - Familienrecht

Bekommen Kinder jetzt weniger Unterhalt?

Aufgrund der aktuellen Situation in der Pandemie gibt es viele, die um den Job fürchten müssen. In vielen Betrieben gibt es jetzt Kurzarbeit, was für die Betroffenen mit Einkommenseinbußen verbunden ist. Wie wirkt sich das aber auf Kindesunterhalt aus?

Hier muss man unterscheiden. 

Wer alleinerziehend ist, und Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt bekommt, kann aufatmen. Hier ändert sich nichts.

Jeder, der für sein Kind oder seine Kinder Unterhalt bezahlen muss aber wegen Corona jetzt weniger Geld verdient, sollte genauer hinschauen.

Wenn man den Unterhalt ans Jugendamt bezahlen muss, weil z.B. eine Beistandschaft des Jugendamtes für das Kind besteht, kann es sich lohnen, mit dem Jugendamt zu verhandeln, Lohnabrechnungen hinzuschicken und für die Zeit von Corona eine neue Vereinbarung zu treffen.

Wenn weder das Jugendamt noch ein Gericht den Unterhalt festgesetzt haben, und der Unterhalt alleine mit dem Ex- Partner vereinbart worden ist, der sollte mit seiner Ex einfach mal reden und für die Corona-Zeit einen neuen Unterhaltsbetrag vereinbaren. Wenn Eltern noch miteinander reden können, und derjenige der zahlen muss, nachweisen kann, dass er wegen Corona weniger Geld verdient, ist das sinnvoll. Der Ex Partner kann nämlich keinen Gerichtsvollzieher schicken, wenn es keinen Titel vom Gericht, Notar oder Jugendamt gibt.

"Titel" bedeutet, dass der Unterhaltspflichtige entweder beim Notar oder Jugendamt freiwillig unterschrieben hat, wie viel Unterhalt er schuldet."Titel" kann auch ein vor Gericht geschlossener Vergleich sein oder eine Entscheidung durch das Gericht.

Zahlt man den Unterhalt für die Kinder wegen eines Titels des Jugendamtes, des Notars oder des Gerichtes an seine Ex-Partner, kann es schwieriger werden. Zahlt man dann weniger oder gar nichts, kann die Zwangsvollstreckung drohen. Es kann sein, dass dann nur die Möglichkeit bleibt, ein Verfahren bei Gericht anhängig zu machen und zu versuchen, einen geringeren Unterhaltsbetrag durchzusetzen. Hier muss man dann nachweisen, dass man nicht nur vorübergehend weniger Geld hat.

Alles in allem macht es Corona für Eltern, die Unterhalt zahlen müssen nicht unbedingt leichter. Wer weniger Geld hat und unsicher ist, ob er nun auch weniger Unterhalt zahlen muss, sollte sich in jedem Fall anwaltlichen Rat holen.

Bitte beachten Sie, dass sich die tatsächliche und rechtliche Beurteilung der Frage, ob und in welcher Höhe Unterhalt für das Kind zu zahlen ist, von vielen Faktoren abhängig ist und sich ändern kann. Die rechtlichen Ausführungen stellen daher keine rechtsverbindliche Antwort auf ihren individuellen Fall dar. 

Zu allen Fragen des Familienrechts, insbesondere Trennung, Scheidung, Sorgerecht und Umgangsrecht, Unterhalt berät Sie Frau Rechtsanwältin Riefer in Eppelborn.

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zum Thema: Familienrecht, Sorgerecht, Umgangsrecht

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